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ArubaOS-CX 20. September 2026 Frank Anstötz

Kritisches Sicherheitsupdate für ArubaOS-CX

Kurzfassung

Das HPE Security Bulletin HPESBNW05134 rev.1 vom 1. September 2026 beschreibt mehrere Schwachstellen in ArubaOS-CX. Die Risiken reichen von einer Umgehung von Zugriffskontrollen und der Offenlegung von Informationen bis zur Ausführung beliebiger Befehle oder Schadcode mit privilegierten Rechten.

Besonders kritisch ist CVE-2026-73749. Die Schwachstelle kann ohne vorherige Authentifizierung über speziell präparierte Netzwerkpakete ausgenutzt werden und ermöglicht im Erfolgsfall eine Remotecodeausführung mit erhöhten Rechten. HPE bewertet sie mit CVSS 9.8 (kritisch).

Weitere im Bulletin genannte Schwachstellen betreffen unter anderem die AOS-CX-API, die webbasierte Managementoberfläche und die Kommandozeile. Sie können beispielsweise zu Remotecodeausführung, Denial-of-Service, Command Injection, Cross-Site Scripting oder einer Umgehung der Authentifizierung führen.

ArubaOS-CX Switch
Abb.: ArubaOS-CX Switch

Welche CX-Softwareversionen sind betroffen?

Nach Angaben von HPE gelten die folgenden Versionsstände als betroffen, sofern im Detailteil des Bulletins nichts Abweichendes angegeben ist:
  • 10.18.x: 10.18.0001 ist betroffen; empfohlen wird 10.18.1002 oder höher.
  • 10.17.x: 10.17.1021 und älter sind betroffen; empfohlen wird 10.17.1030 oder höher.
  • 10.16.x: 10.16.1051 und älter sind betroffen; empfohlen wird 10.16.1060 oder höher.
  • 10.13.x: 10.13.1180 und älter sind betroffen; empfohlen wird 10.13.1190 oder höher.
  • 10.10.x: 10.10.1180 und älter sind betroffen; 10.10.1181 oder höher ist nur als eingeschränkte Übergangslösung vorgesehen.
Die Version 10.10.x befindet sich bereits am Ende der Wartungsphase (End of Maintenance, EoM). HPE weist ausdrücklich darauf hin, dass in diesem Zweig aufgrund seines Alters und seiner Komplexität nur intern als kritisch eingestufte Schwachstellen behoben wurden. Ein Upgrade auf einen weiterhin unterstützten Zweig ist deshalb zu bevorzugen.

Unsere Empfehlung

Gehen Sie wie folgt vor:
  1. Versionsbestand erfassen: Ermitteln Sie die AOS-CX-Versionen aller betroffenen Switches.
  2. Zielrelease festlegen: Wählen Sie anhand der obenstehenden Angaben die passende Zielversion aus. Wenn Ihre Installation noch auf 10.10.x läuft, planen Sie den Wechsel auf einen unterstützten Release-Zweig. Berücksichtigen Sie, dass 10.16.x ein LSR mit erweiterter Lebensdauer von fünf Jahren nach T0 darstellt, 10.17 und 10.18 hingegen SSR mit den neuesten Features, aber relativ kurzer Supportphase sind.
  3. Managementzugänge absichern: Wenn Sie das Upgrade nicht kurzfristig durchführen können, beschränken Sie bis zum Abschluss des Upgrades den Zugriff auf Managementschnittstellen auf vertrauenswürdige Netze, zum Beispiel über eine SSH-Allowlist oder eine Control-Plane-ACL. So lässt sich das Risiko einer Ausnutzung der Schwachstellen minimieren.
  4. Nach dem Update verifizieren: Kontrollieren Sie Version, Erreichbarkeit, Konfiguration und sicherheitsrelevante Protokolle nach der Aktualisierung.
Bitte prüfen Sie vor der Umsetzung die für Ihre Hardware und Topologie geltenden Release Notes, bekannte Einschränkungen und HPE-Upgradepfade.

Wichtig für ältere oder nicht mehr unterstützte Installationen

Für Softwarestände am Ende der Wartungs- oder Supportphase kann HPE die Betroffenheit unter Umständen nicht vollständig bewerten. Installationen, die bereits außerhalb des Supports liegen, sind daher als potenziell gefährdet zu betrachten. Der Wechsel auf einen unterstützten AOS-CX-Release ist in diesem Fall nicht nur eine Behebung des aktuellen Bulletins, sondern eine grundlegende Maßnahme zur Wiederherstellung einer verlässlich bewertbaren und wartbaren Plattform.

Weiterführende Informationen und Downloads

Die vollständigen technischen Details, die betroffenen CVEs sowie die Hinweise von HPE finden Sie im Original-Sicherheitsbulletin HPESBNW05134 rev.1. Die empfohlenen Softwarestände stellt HPE über das HPE Networking Support Portal bereit.

Bitte stimmen Sie die konkrete Upgradeplanung mit Ihrem Wartungs- und Change-Management ab. Wenn Sie Unterstützung bei der Bestandsaufnahme, der Auswahl des Zielreleases oder der Durchführung des Updates benötigen, sprechen Sie uns gerne an.

Referenzen

Stand dieses Artikels: 20. September 2026. Maßgeblich für technische Details und die individuelle Anwendbarkeit bleibt das HPE-Originalbulletin.